Folge 2 - Cholesterin und Blutfette was messen wir wirklich

Shownotes

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Speaker0: Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zu unserer zweiten Folge unseres

Speaker0: Podcasts Labor Insight, wie wir Menschen den richtigen Wert geben.

Speaker0: Mein Name ist Georg Endler, ich bin von Beruf und Berufung seit über 25 Jahren

Speaker0: Labormediziner und ich darf euch hier ein bisschen etwas über Laborwerte erzählen.

Speaker0: Ich spreche hier auch für das Labors.at-Fachärzte-Team.

Speaker0: Wir sind ein Team von neun Fachärzten für Labormedizin, die hier eine Gruppenpraxis führen.

Speaker0: Und zuerst eine kleine Werbung und natürlich auch die Interessenskonflikte.

Speaker0: Dieser Podcast wird euch zur Verfügung gestellt von der Gruppenpraxis Labors.at,

Speaker0: einer Wiener Gruppenpraxis für Labormedizin.

Speaker0: Wir sind stolz darauf, unseren Kunden und Patientinnen das ganze Spektrum der

Speaker0: Labordiagnostik anbieten zu können, zu einer bestmöglichen Qualität.

Speaker0: Und wir versuchen immer, Menschen den richtigen Wert zu geben.

Speaker0: Auch im Umgang mit unseren Mitarbeitern selbstverständlich.

Speaker0: Und als Facharzt in dem Labor verdiene ich natürlich auch meine Brötchen mit

Speaker0: der Durchführung von Laborwerten.

Speaker0: Werbung Ende. Ganz kurz über Cholesterin, glaube ich, brauche ich nichts erzählen.

Speaker0: Cholesterin ist eine fettartige Substanz, die sehr beliebt ist und mittlerweile

Speaker0: mehr oder weniger im Mainstream und in der Kronenzeitung angekommen ist.

Speaker0: Cholesterin ist an sich lebensnotwendig. Das ist eine wichtige Substanz.

Speaker0: Wir haben das Cholesterin als Teil unserer Zellwände und dort ist es ganz wichtig

Speaker0: auch für die Stabilität der Zellwände.

Speaker0: Und es ist auch ein Grundstoff für Hormone und Vitamine.

Speaker0: Zum Beispiel Stresshormone wie Cortisol oder Geschlechtshormone basieren auf

Speaker0: der Synthese aus Cholesterin.

Speaker0: Aber auch zum Beispiel Vitamin T wird aus Cholesterin synthetisiert.

Speaker0: Und Studien der Menschen zeigen, dass der Körper selbst Cholesterin synthetisieren

Speaker0: kann und er synthetisiert in etwa täglich bis zu 3 Gramm, also 3000 Milligramm,

Speaker0: wobei der Großteil in der Leber synthetisiert wird,

Speaker0: nämlich mit um die 1500 bis 2 Gramm.

Speaker0: Im Gegensatz dazu werden da 200 bis 300 Milligramm, also ein Zehntel mit der Nahrung aufgenommen.

Speaker0: Und das bedeutet leider auch, die Cholesterinsynthese und wie hoch die Cholesterinspiegel

Speaker0: sind, bei einem Menschen ist vor allem nicht nur durch die Umwelt,

Speaker0: sondern vor allem auch genetisch bestimmt durch die genetische Grunderstattung,

Speaker0: wie stark die Cholesterinsynthese ist.

Speaker0: Das heißt, auch bei einer gesunden Ernährung mit regelmäßigem Sport können wir

Speaker0: den Cholesterinspiegel und den LDL-Spiegel nur gering beeinflussen,

Speaker0: um etwa 10 bis 15 Prozent bei den meisten Menschen.

Speaker0: Im Gegensatz dazu, Triglyceride sind die klassischen Fette, die kennen wir.

Speaker0: Triglyceride heißt das einfach aufgrund der chemischen Struktur,

Speaker0: weil ein Glycerin mit drei Fettsäuren kombiniert ist.

Speaker0: Das wird zu einem geringen Teil, im Körper synthetisiert etwa zwei Gramm,

Speaker0: während wir doch 30 bis 150 Gramm Fett über die Nahrung aufnehmen.

Speaker0: Je nach Ernährungsgewohnheiten und je nach Zahl der Pumphreize selbstverständlich

Speaker0: manchmal ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger.

Speaker0: Im Osten Österreichs natürlich ist Schnitzel ein wesentlicher Bestandteil unserer Grundnahrungsmittel.

Speaker0: Daher nehmen wir natürlich etwas mehr Triglyceride zu uns. Das heißt,

Speaker0: im Gegensatz zu Cholesterin werden Triglyceride überwiegend auch über die Nahrung

Speaker0: aufgenommen und da macht es sehr wohl einen Sinn, wenn die Triglyceridwerte

Speaker0: erhöht sind, die Blutfette,

Speaker0: dass man dann sozusagen auch die Nährung umstellt und das ist auch wichtig so.

Speaker0: Ganz kurz, Fett lässt sich nicht im Blut sozusagen transportieren.

Speaker0: Im Blut sind diese Fette an Proteine, an Eiweißstoffe gebunden.

Speaker0: Damit entstehen Fettpartikel, die aus Cholesterin und ein bisschen Triglycerin bestehen.

Speaker0: Und die sorgen dafür, dass das Cholesterin und die Blutfette aus der Nahrung

Speaker0: in den Körper kommen und natürlich auch ein bisschen wieder zurück.

Speaker0: Es gibt da zwei wichtige Apolipoproteine und jedes dieser Cholesterinpartikel

Speaker0: hat genau ein Apolipoprotein.

Speaker0: Lipoprotein, Apolipoprotein A ist Bestandteil des HDL-Cholesterins,

Speaker0: des High-Density Lipoproteins, ist ein sehr proteinreiches, kleines Partikel,

Speaker0: das das Cholesterin im Groben aus der Peripherie wieder in die Leber zurückbringt,

Speaker0: wo es verstoffwechselt wird.

Speaker0: Gegensatz zu das LDL und VLDL enthält Apolipoprotein B und das dient eher dem

Speaker0: Transport von der Leber bzw.

Speaker0: Von der Leber hinaus in die Peripherie. Ein zu hoher LDL-Spiegel bedeutet aber auch,

Speaker0: dass das überschüssige Cholesterin sich dann nicht mehr von den Zellen aufgenommen

Speaker0: wird und sich dann eine Zellwende ablagert und dann entsteht das,

Speaker0: was wir als Atherosklerose bezeichnen.

Speaker0: Das heißt, ich habe dann Ablagerungen, die die Gefäße verengern und damit natürlich

Speaker0: auch alle Konsequenzen, wie zum Beispiel Herzinfarkte, Schlaganfälle.

Speaker0: Herzinfarkte Schlaganfälle sind die häufigsten Ursachen, mittlerweile weltweiten Todesursachen.

Speaker0: Das heißt, knapp die Hälfte der Menschen stirbt an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung,

Speaker0: das ist eine Erkrankung der Gefäße, die letztendlich durch Arteriosklerose bedingt ist.

Speaker0: Und das erhöhte LDL ist eigentlich der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor

Speaker0: für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Speaker0: Je nach Schätzung und in der Studie natürlich kann man sagen,

Speaker0: dass so 30 bis 60 Prozent des Gesamtrisikos über erhöhte LDL-Spiegel sozusagen bedingt sind.

Speaker0: Wir haben gesagt, es ist vor allem ein genetischer Faktor, es ist nicht unbedingt

Speaker0: durch Nahrung beeinflussbar, aber mittlerweile haben wir sehr gute Medikamente,

Speaker0: die den LDL-Spiegel senken können.

Speaker0: Ein zweiter wichtiger Risikofaktor ist ein zweites Lipoprotein,

Speaker0: das viel weniger bekannt ist, Lipoprotein klein a, über das ich ja auch ein bisschen reden werde.

Speaker0: Im Labor interessiert uns ja nicht nur der Cholesterinspiegel,

Speaker0: sondern auch wie wir dazu kommen und wir messen das. Generell messen wir das

Speaker0: mit chemischen Tests, das heißt, wir geben da Reagenzien dazu und hoffen auf

Speaker0: eine Farbreaktion im Blut.

Speaker0: Das machen mittlerweile automatische Geräte, die das sehr präzise messen.

Speaker0: Das heißt, wir können auf knapp 1 bis 2 Prozent genau messen und sind da auch

Speaker0: relativ gut und relativ rasch dabei.

Speaker0: Das Gesamtcholesterin messen wir, indem wir ein eigenes Enzym dazugeben,

Speaker0: die Cholesterinoxidase. Dadurch entsteht Wasserstoffperoxid.

Speaker0: Wasserstoffperoxid löst uns dann weiter in einem anderen Enzym eine Farbreaktion aus.

Speaker0: Und das Serum färbt sich dann gelb. Das können wir relativ gut messen.

Speaker0: Und der Grad der Gelbfärbung entspricht in etwa dem Gesamtcholesterin.

Speaker0: Um die Triglyceride zu messen, spalten wir die Triglyceride in Glycerin und die freien Fettsäuren.

Speaker0: Und das Glycerin kann ich dann auch mit einer Farbreaktion sichtbar machen.

Speaker0: Auch das ist ein chemischer Test, wo wir mit den entsprechenden Reagenzien sozusagen

Speaker0: die Gelbförmung machen.

Speaker0: Wenn ich jetzt nicht das Gesamtcholesterin messen will, sondern nur das HDL-Cholesterin,

Speaker0: dann versuche ich vorher die anderen Cholesterinfraktionen, das VLDL und das LDL herauszufangen.

Speaker0: Das macht man durch Detagenzien und dadurch werden die inaktiviert und es bleibt

Speaker0: übrigens sozusagen mein HDL, das ich messen kann.

Speaker0: Lipoprotein klein a muss ich anders messen. Da habe ich eigene Antikörper,

Speaker0: die mir dieses Lipoprotein erkennen, das in dem Lipoprotein klein a ist.

Speaker0: Und das wird dann sozusagen gemessen mit Antikörpern, die verklumpen sich mit

Speaker0: dem Lipoprotein klein a.

Speaker0: Dadurch kommt es zu einer Trübung und die Größe der Trübung und die Stärke der

Speaker0: Trübung korreliert ganz gut mit den Lipoprotein klein a Spiegel.

Speaker0: Das LDL-Cholesterin, haben wir gesagt, das ist der wichtigste Risikofaktor und

Speaker0: Sie werden jetzt fragen, wo ist denn das?

Speaker0: Das wird im Allgemeinen berechnet. Das heißt, es wird errechnet,

Speaker0: es gibt Formeln dazu, wir verwenden, so wie die meisten Leute weltweit,

Speaker0: die sogenannte Friedewald-Formel.

Speaker0: Wir sagen, das LDL-Cholesterin ist mehr oder weniger das gesamte Cholesterin,

Speaker0: weniger dem guten Cholesterin, weniger dem HDL-Cholesterin.

Speaker0: Plus einem kleinen Teil der Blutfette. Warum? Weil LDL auch zu etwa 20% Triglyceride enthält.

Speaker0: Die Triglyceride spielen ja auch eine Rolle.

Speaker0: Das Problem ist beim LDL-Cholesterin, wenn ich das berechne,

Speaker0: dann gilt das nur dann, wenn die Triglycerid-Werte nicht allzu hoch sind.

Speaker0: Warum? Sonst habe ich eben nicht nur LDL drinnen und HDL, sondern möglicherweise

Speaker0: auch andere Partikel, die mir dann meine Berechnung beeinflussen.

Speaker0: Und wenn die Triglycerid-Werte über 200 sind, kann man stattdessen einen Ersatzmarker

Speaker0: nehmen, der sogenannte Non-HDL.

Speaker0: Das ist mehr oder weniger das Gesamtcholesterin, weniger dem HDL-Cholesterin.

Speaker0: Oder wir bestimmen das LDL direkt aus dem Blut.

Speaker0: Auch das können wir. Wie machen wir das? Wir machen sozusagen das LDL gezielt

Speaker0: löslich, schauen, dass das HDL nicht löslich ist mit nicht-ionischen Tensiden

Speaker0: und einer Zuckerverbindung.

Speaker0: Dadurch kann ich das LDL messen. Alle diese Tests haben Vor- und Nachteile natürlich.

Speaker0: Ein errechneter Wert ist immer nur eine Näherung, die geht sozusagen vom normalen

Speaker0: Patienten aus und auch die direkte Messung hat natürlich den Nachteil,

Speaker0: dass man ab und zu kleine Anteile anderer Cholesterinfraktionen mitmisst.

Speaker0: Das heißt, das ist nicht ganz präzise.

Speaker0: Wie hoch sollen jetzt die Cholesterinspiegel sein? Die etwas Älteren von euch

Speaker0: erinnern sich, das waren früher Werte, die viel höher waren.

Speaker0: Mittlerweile sind sie viel niedriger, das sind alles Zielwerte,

Speaker0: wo die Spezialisten, also die Kardiologen sich zusammengesetzt haben und in

Speaker0: großen Studien festgestellt haben, wann haben Leute sozusagen ein niedriges Risiko.

Speaker0: Je niedriger das LDL-Cholesterin ist, desto besser selbstverständlich,

Speaker0: desto geringer das Herzinfarkt, das kardiovaskuläre Risiko.

Speaker0: Und dann versucht man sozusagen zu sagen, wie hoch ist denn das Gesamtrisiko?

Speaker0: Wir kennen ja über 120 kardiovaskuläre Risikofaktoren.

Speaker0: Manche sind beeinflussbar, wie Rauchen.

Speaker0: Stress ist eine Geschichte, ob das beeinflussbar ist.

Speaker0: Zuckerkrankheit kann man gut behandeln. Übergewicht kann man auch sehr gut behandeln.

Speaker0: Fehlende Bewegung oder auch den LDL-Spiegel. Und dann gibt es andere Dinge,

Speaker0: die nicht beeinflussbar sind, von Körpergröße bis männlichem Geschlecht und

Speaker0: sonstigen Dingen, Schuhgröße übrigens auch, die man sozusagen nicht so leicht beeinflussen kann.

Speaker0: Und wenn der Patient ein niedriges kardiovaskuläres Risiko ist,

Speaker0: also wie die meisten jungen, gesunden Menschen, sollte der LDL-Spiegel kleiner, 116 sein.

Speaker0: Je höher das Risiko ist, also wenn der Patient zum Beispiel zusätzlich zuckerkrank

Speaker0: ist, ein starker Raucher ist, Bluthochdruck hat oder vielleicht auch schon eine

Speaker0: Herzerkrankung hatte, dann sind die Zielwerte deutlich geringer und dann braucht

Speaker0: man natürlich eine etwas stärkere Therapie.

Speaker0: Bei Triglyceriden empfiehlt man, dass die Werte unter 150 Milligramm pro Deziliter sind.

Speaker0: Wenn sie drüber sind, sollte man auf jeden Fall seine Ernährung umstellen.

Speaker0: Natürlich ersetzt ein Cholesterin-Medikament nicht eine gesunde Lebensweise.

Speaker0: Das sollte uns allen klar sein.

Speaker0: Gesunde Lebensweise, sprich Sport, mediterrane Ernährung, etwas Gewichtsabnahme

Speaker0: schadet den meisten nicht.

Speaker0: Also so wie mir zum Beispiel, auch ich bin übergewichtig, können natürlich das

Speaker0: Gesamtrisiko ebenfalls senken.

Speaker0: Und dann gibt es einige wenige Menschen, das ist so knapp ein Prozent der Bevölkerung,

Speaker0: beziehungsweise jeder Zweihundertste, die haben eine angeborene Cholesterinstörung,

Speaker0: eine familiäre Hypercholesterinämie.

Speaker0: Das heißt, die haben angeboren sehr hohe LDL-Spiegel.

Speaker0: Das sind bei Erwachsenen dann LDL-Werte über 190 oder bei Kindern sollte man

Speaker0: schon bei LDL-Werten über 155

Speaker0: nachdenken, ob nicht diese familiäre Hypercholesterinämie vorhanden ist.

Speaker0: Warum ist das wichtig? Diese Menschen entwickeln oft sehr früh Herzinfarkte,

Speaker0: also oft schon im Alter von 30, 40 und haben eine entsprechende Krankheitsbelastung.

Speaker0: Das sind typischerweise auch Familien, die so Herzinfarktfamilien sind.

Speaker0: Wo der Vater oder die Mutter bereits mit 40 oder 45 einen Herzinfarkt hatte

Speaker0: oder möglicherweise die Brüder bereits einen Infarkt hatten oder daran gestorben sind.

Speaker0: Ein paar Mythen sozusagen zur Bestimmung. Wir alle lernen mehr oder weniger,

Speaker0: gebetsmühlenartig für Laboranalysen muss man nüchtern sein.

Speaker0: Muss man für die Cholesterin und die Blutfette immer nüchtern sein?

Speaker0: Eigentlich nicht. Wenn man ein normales Frühstück zu sich nimmt,

Speaker0: steigen die Triglyceride um etwa 10%. Das Gesamtcholesterin ganz minimal,

Speaker0: das Cholesterin selbst ist nicht nahrungsabhängig.

Speaker0: Das LDL, nachdem man sich errechnet, um 3 bis 5%. Also irgendwo in einem sehr

Speaker0: geringen Bereich. Das heißt, wenn ein Patient ein leichtes Frühstück zu sich

Speaker0: genommen hat, kann man sehr wohl die Blutfette messen.

Speaker0: Man muss nicht Leute stundenlang nüchtern lassen für den Fall,

Speaker0: dass wir einmal Cholesterin bestimmen.

Speaker0: Generell muss man bei sehr wenig Laborwerten eigentlich nüchtern sein.

Speaker0: Das Wichtigste ist natürlich der Blutzucker, da sollte man nüchtern sein,

Speaker0: für die nüchtern Glucose. Aber für die meisten anderen Werte kann man durchaus

Speaker0: auch einmal frühstücken.

Speaker0: Das heißt, der Mythos, dass man da tagelang nüchtern sein muss, ist nicht der Fall.

Speaker0: Übrigens Vorsicht auch, wenn Sie besonders wenig gegessen haben und die ganz

Speaker0: zwei Tage vor der Blutabnahme Diät gehalten haben.

Speaker0: Der Cholesterinwert wird nicht beeinflusst. Wenn man sehr lange nüchtern geblieben

Speaker0: ist, steigen aber dafür wieder die Blutfette an, weil irgendwann einmal der

Speaker0: Körper die Reserven mobilisiert und sozusagen die Fettsreserven auflöst,

Speaker0: dann steigen die Triglyceride wieder an.

Speaker0: Das heißt, ganz nüchtern sein und tagelang nüchtern sein, macht nicht unbedingt

Speaker0: dem Arzt eine Freude, dass die Blutwerte besser sind.

Speaker0: Wenn Sie im Spital waren, dort einen Cholesterinspiegel bestimmt haben und dann

Speaker0: nach Hause kommen und der Arzt bestimmt nochmal Cholesterinspiegel,

Speaker0: werden Sie feststellen, der ist unterschiedlich.

Speaker0: Und warum misst das Spital einfach niedrigere Cholesterinspiegel?

Speaker0: Naja, im Spital wird im Liegen gemessen und im Liegen sind die Cholesterinspiegel

Speaker0: einfach normalerweise um 10 bis 20 Prozent niedriger.

Speaker0: Warum? Im Sitzen und im Stehen versagt ein Teil der Blutflüssigkeit im Gewebe

Speaker0: und das Blut ist schlicht und einfach 10 bis 20 Prozent konzentrierter.

Speaker0: Genauso steigen die roten und die weißen Blutkörperchen im Stehen und jede Menge

Speaker0: andere Eiweißstoffe, die sozusagen nicht ins Gewebe gehen. Das heißt,

Speaker0: im Spital hat man oft so 10 bis 20 Prozent niedrigere Cholesterinspiegel.

Speaker0: Ein zweites Problem ist, dass Patienten im Spital oft schwer krank sind.

Speaker0: Bei schwer kranken Patienten ist der Cholesterinspiegel nicht auswertbar,

Speaker0: weil er eben falsch niedrig ist. Das ist eine Akutphasereaktion.

Speaker0: Wenn Sie ein Fan von Vitamin C sind, so wie ich natürlich, hohe Vitamin C-Dosen

Speaker0: können auch scheinbar das Cholesterin senken, und zwar aufgrund eines Messfehlers.

Speaker0: Die Ascarpinsäure verhindert sozusagen, dass die Triglyceride gemessen werden

Speaker0: können, weil die unseren chemischen Test inhibiert.

Speaker0: Damit habe ich plötzlich falsch niedrige Triglycerid-Werte.

Speaker0: Wir wissen, das Triglycerid ist ein Teil in dieser Berechnung.

Speaker0: Das heißt, wenn das niedriger ist, sinkt scheinbar auch das LDL-Cholesterin.

Speaker0: Das ist natürlich ein Messartefakt.

Speaker0: Am besten ist, man wartet einfach einen Tag nach der Vitamin C-Infusion oder

Speaker0: Vitamin C-Gabe oder noch besser, man isst an dem Tag, an dem man sozusagen eine

Speaker0: Cholesterinbestimmung hat, keine großen Mengen Vitamin C, um diesen Messfehler zu vermeiden.

Speaker0: Und wir haben eben das Problem, wenn Patienten krank sind, haben sie eine sogenannte

Speaker0: Akutphase-Reaktion, das heißt eine Entzündungsreaktion und natürlich verändern

Speaker0: sich bei einer Entzündung, wenn man schwer krank ist, auch die Laborwerte.

Speaker0: Es steigen Entzündungsmarker wie zum Beispiel die weißen Blutkörperchen oder

Speaker0: C-reaktives Protein bei Entzündungen, aber auch Ferritin oder Haptoglobin oder

Speaker0: Cortisol und gleichzeitig vermindern sich andere, zum Beispiel das Cholesterin.

Speaker0: Das heißt, wenn ein Patient schwer krank ist, zum Beispiel einen akuten Herzinfarkt

Speaker0: hat und ins Spital kommt, hat er oft sehr niedrige Cholesterinwerte.

Speaker0: Das ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen und ist auch nicht repräsentativ für

Speaker0: das, was er hat, wenn er gerade keinen Herzinfarkt hat. Das sollte man auch wissen.

Speaker0: Und das ist auch ein sehr beliebter Plot für Verschwörungstheorien.

Speaker0: Es gibt das sogenannte Lipidparadox.

Speaker0: Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt ins Spital kommen,

Speaker0: Natürlich, je kränker sie sind, desto mehr sterben von denen.

Speaker0: Und je kränker sie sind, desto niedriger ist auch der Cholesterinspiegel.

Speaker0: Das heißt, bei einer Akutphase-Reaktion sinkt der Cholesterinspiegel um 60 Prozent.

Speaker0: Und wenn der Patient sehr krank ist, ist er natürlich niedriger,

Speaker0: als wenn er ein bisschen krank ist.

Speaker0: Das heißt, je stärker der Herzinfarkt, desto niedriger das Cholesterin beim

Speaker0: Zeitpunkt der Einlieferung ins Spital.

Speaker0: Und je niedriger das Cholesterin, desto eher sterben die Patienten.

Speaker0: Das ist ein beliebtes Thema in diversen Fachbüchern, wie zum Beispiel die Cholesterinlüge.

Speaker0: Das Thema ist nur in dem Fall versucht man sozusagen als kurzen Akutphase-Reaktion

Speaker0: mehr oder weniger eine Verschwörungstheorie zu basteln.

Speaker0: Übrigens, es ist auch nicht ganz richtig, dass die Pharmafirmen da Milliarden

Speaker0: verdienen an den Cholesterinsenkern.

Speaker0: Das stimmt, natürlich verdienen sie jede Menge Geld, das wissen wir alle,

Speaker0: aber zum Beispiel die Nahrungsergänzungsmittel, die auch angeblich das Cholesterin

Speaker0: senken sollen, aber es in Wirklichkeit nicht tun, wie wir gesehen haben,

Speaker0: weil eigentlich 90% genetisch bestimmt ist des Cholesterinspiegels,

Speaker0: die machen einen 10-mal höheren Umsatz als alle Cholesterinsenker zusammen.

Speaker0: Und was heißt das jetzt? Naja, wenn akut Kranke einen niedrigeren Cholesterinspiegel

Speaker0: haben, sterben sie auch früher, wenn ich kränker sie sind.

Speaker0: Man könnte in der Umgekehrt auch sagen, naja gut, bei schweren Unfällen geht der Airbag auf.

Speaker0: Das heißt, wir machen es umgekehrt. Das heißt, wir bauen einfach Autos ohne

Speaker0: Airbag, dann gibt es keine Unfälle mehr. Auch das wird auf Dauer nicht funktionieren.

Speaker0: Spannenderweise hat auch der ORF ab und zu solche Themen und versucht da sozusagen

Speaker0: irgendwie Sensationsjournalismus zu machen.

Speaker0: Die Ärzte versuchen trotzdem das Risiko zu vermindern. Deswegen haben wir diese Grenzwerte.

Speaker0: Das sind sehr große internationale Studien, die auch relativ gut passiert sind.

Speaker0: Ein zweiter wichtiger Risikofaktor neben dem LDL-Cholesterin ist das Lipoprotein-A

Speaker0: und das ist jetzt eine kleine Werbung für die Messung des Lipoprotein-A.

Speaker0: Warum? Das ist der zweite wichtige genetische Risikofaktor.

Speaker0: Es gibt oft Leute, die haben einen normalen LDL-Spiegel, aber ein hohes Risiko für Herzinfarkte.

Speaker0: Und das sind auch Patienten oft auch in Herzinfarktfamilien.

Speaker0: Das heißt, da ist zum Beispiel der Vater oder die Großmutter oder wer auch immer

Speaker0: hatte relativ früh einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Speaker0: Oft ist die Ursache ein erhöhter Lipoprotein-A-Spiegel. Das Schöne ist,

Speaker0: im Gegensatz zum Cholesterin, das man beeinflussen kann und das auch ein bisschen

Speaker0: ansteigt im Alter natürlich, ist das Lipoprotein-A-A genetisch bedingt.

Speaker0: Das heißt, eine einmalige Bestimmung reicht und es ist auch ein unabhängiger

Speaker0: Risikofaktor zum LDL und hat auch nicht wirklich einen Zusammenhang mit dem

Speaker0: LDL-Cholesterinspiegel.

Speaker0: Man sollte es immer zusätzlich messen, zumindest einmal im Leben.

Speaker0: Auch wir Labormediziner werden damit nicht reich, aber es ersetzt nicht sozusagen das LDL-Spiegel.

Speaker0: Und da sieht man, dass ungefähr 70% der Bevölkerung mehr oder weniger einen

Speaker0: normalen Lipoprotein-A-Spiegel hat.

Speaker0: Was heißt das? Das heißt 0 bis 75 Nanomol pro Liter und ca.

Speaker0: 20% deutlich erhöhte Lipoprotein-A-Spiegel, über 125.

Speaker0: Und die haben auch ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen

Speaker0: Schlaganfall zu bekommen.

Speaker0: Oder auch einen Aortenklappenfehler, eine Aortenklappenverengung, eine Stenose.

Speaker0: Die sollten auf jeden Fall dann intensiver überwacht werden.

Speaker0: Was kann man derzeit machen? Das wird sich wahrscheinlich in den nächsten zwei Jahren ändern.

Speaker0: Ich freue mich dann ein Update zu geben, wenn es dann auch Therapien gibt zur

Speaker0: Behandlung des erhöhten Lipoproteklinalspiegels. Die haben wir derzeit noch nicht.

Speaker0: Dann werde ich selbstverständlich noch eine Podcast-Folge dazu machen und freue mich schon drauf.

Speaker0: Was kann man machen? Man kann die übrigen Risikofaktoren natürlich versuchen zu minimieren.

Speaker0: Und das wird auch bedeuten, dass man in dem Fall versucht, das LDL etwas aggressiver

Speaker0: zu senken und sagt, da ist es besser, dass das LDL niedriger wird.

Speaker0: Auch da gibt es mehr oder weniger eigentlich nur Medikamente,

Speaker0: die im Allgemeinen sehr gut verträglich sind.

Speaker0: Wir haben im Labor ein bisschen ein Thema, wie gut denn so die Messung ist von

Speaker0: diesem Lipoprotein klein a. Und da ist etwas Gemeines natürlich.

Speaker0: Das Lipoprotein klein a ist, wie gesagt, genetisch bestimmt.

Speaker0: Das hängt sozusagen je nachdem ab, welche Isoform eines bestimmten Gens sie

Speaker0: haben, wie viele Kopien sie hintereinander haben, gibt es sozusagen große und

Speaker0: kleine Lipoprotein klein a Partikel.

Speaker0: Wenn jemand ein großes Lipoprotein klein a Partikel hat, klingt das komisch,

Speaker0: dann hat er sehr wenige davon und damit auch ein niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Speaker0: Wenn jemand kleine Lipoprotein-A-Partikel hat, dann hat er sehr viele davon

Speaker0: und damit steigt auch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Speaker0: Das heißt, es gibt unterschiedliche Tests beim Lipoprotein-A.

Speaker0: Manche messen die Konzentration, also die Zahl der Partikel.

Speaker0: Das dürfte von der Physiologie her, wenn uns die Zahl mehr interessiert als

Speaker0: die Größe, natürlich etwas interessanter sind. und manche messen schlicht und

Speaker0: einfach die Gramm Lipoprotein bei Deziliter, die sind dann etwas ungenauer.

Speaker0: Aber beide Tests liefern sehr gute Ergebnisse, die ganz gut vergleichbar sind.

Speaker0: Das sind so theoretische Überlegungen und wie ist das in der Praxis?

Speaker0: In der Praxis ist je nach Bestimmungsmethode und je nach Labor unterscheiden

Speaker0: sich die Lipoprotein-Klein-A-Spiegel oft um weniger als 20%.

Speaker0: Das ändert nichts sozusagen an der Risikobewertung.

Speaker0: Wir haben gesagt, es gibt ja mehr oder weniger Niedrigmittel hoch und daran

Speaker0: ändert sich nichts. Es sind vielleicht leicht unterschiedliche Werte.

Speaker0: Es steigt auch der Lipoprotein-Klinarspiegel um 10 bis 20 Prozent im Lauf des

Speaker0: Lebens, je nachdem, ob man gerade unter Östrogeneinfluss steht wie Frauen oder

Speaker0: nach der Minerpause steigt er auch ein bisschen an.

Speaker0: Aber das ändert sozusagen auch nichts an der Risikobewertung.

Speaker0: Das heißt, man muss es auch nicht wirklich wiederholen. Ein zweites Thema,

Speaker0: das oft in der Literatur diskutiert wird, im Lipoprotein-A ist natürlich auch

Speaker0: ein bisschen Cholesterin.

Speaker0: Circa 30 Prozent des Cholesterins laut Literatur sollte da drinnen sein.

Speaker0: Und sehr hohe Lipoprotein-A-Spiegel könnten theoretisch auch die LDL-Spiegel

Speaker0: beeinflussen, dass man sagt, okay, dann ist auch der LDL-Spiegel erhöht.

Speaker0: In Wirklichkeit, ich habe das ausprobiert bei uns, ich habe 400.000 Lipoprotein-GNA-Spiegel

Speaker0: und Cholesterinwerte miteinander korreliert und geschaut, hängt das irgendwie zusammen?

Speaker0: Der Zusammenhang ist extrem gering. Es ändert sich der LDL-Spiegel um 2 bis 8 Milligramm.

Speaker0: Wir haben gesagt, bei 100 Milligramm, das sind 2 bis 8 Prozent.

Speaker0: Das ist deutlich weniger, als wenn man zum Beispiel im Sitzen oder im Liegen Blut abnimmt.

Speaker0: In der Praxis dürfte das keine Rolle spielen. Es ist mehr eine theoretische

Speaker0: Überlegung, hier nur die Erwähnung, dass es sozusagen manchmal in der Literatur

Speaker0: zitiert wird, dass man das auch sozusagen berücksichtigen soll.

Speaker0: Und viel schlimmer als die methodischen Dinge, als wie gut ist unser Labor,

Speaker0: ist eigentlich die Frage, die uns auch interessiert hat,

Speaker0: naja, jetzt haben wir bereits eine sehr gute Therapie und wir haben mittlerweile

Speaker0: auch sehr viele Menschen, die den Cholesterinspiegel kennen.

Speaker0: Was hat das für Konsequenzen in der Praxis? Und dazu haben wir einfach einmal

Speaker0: bei uns im Labor eine Datenbankabfrage gemacht, die war selbstverständlich anonym,

Speaker0: ohne irgendwelche Namen oder Geburtsdaten oder sonstige Dinge.

Speaker0: Das hat nur interessiert, wenn jemand eine Cholesterinbestimmung macht,

Speaker0: wie ist das, wenn er wiederkommt, wie ändert sich dann der Cholesterinwert,

Speaker0: der LDL-Wert, gibt es dann eine Therapie und erreicht er dann seine Werte,

Speaker0: die er erreichen sollte?

Speaker0: Und zu unserem Erstaunen, wir haben so die letzten acht Jahre durchgemacht,

Speaker0: wir haben sehr viele Patienten, wir haben über eine Million Cholesterinbestimmungen

Speaker0: bei uns gemacht, wir sind eines der größeren Labors in Ostösterreich,

Speaker0: das heißt, nachdem es auch andere Labors gibt, kann man gut rechnen,

Speaker0: dass nahezu jeder Erwachsene in Österreich zumindest einmal im Leben seinen

Speaker0: Cholesterinspiegel bestimmt hatte und uns hat eigentlich interessiert von denen,

Speaker0: die jetzt beim ersten Mal einen erhöhten LDL-Wert hatten,

Speaker0: wie schaut es denn nach einem Jahr aus?

Speaker0: Und nach einem Jahr hat von diesen Patienten immerhin 330.000 mit erhöhten LDL-Werten,

Speaker0: nach einem Jahr hat genau ein Viertel dann zumindest einen Wert unter 116 gehabt.

Speaker0: Also einen Wert, wo man sagt, bei niedrigem Risiko ist das okay.

Speaker0: Und alle anderen sind eigentlich unverändert geblieben. Das heißt,

Speaker0: drei Viertel der Patienten hatte das keine Konsequenz der Cholesterinspiegel.

Speaker0: Das heißt, unser Problem ist in dem Fall weniger sozusagen Cholesterin zu messen

Speaker0: oder irgendwelche methodischen Probleme, sondern eher das Problem,

Speaker0: wie bringe ich das an den Mann, an die Frau und wie werde ich sozusagen dann

Speaker0: die Konsequenzen machen.

Speaker0: Und das ist etwas, wo wir wahrscheinlich eher ein Thema haben.

Speaker0: Und ein bisschen so der Wunsch und die Wirklichkeit. Die Cholesterin-Experten

Speaker0: sagen, jeder Mensch in Österreich sollte sein LDL kennen.

Speaker0: Das sehen wir schon ganz gut. Dann ist auch die Frage, jeder Mensch sollte zumindest

Speaker0: einmal im Leben eine Lipoprotein-Kna-Bestimmung machen.

Speaker0: Wir haben das bei unseren Daten angeschaut. In Wirklichkeit sind das nur 4%

Speaker0: der Menschen, also jeder 20., der einmal im Leben seine Lipoprotein-Kna-A bestimmt

Speaker0: hat und auch dieses Risiko kennt.

Speaker0: Und leider erreicht nur maximal ein Drittel der Patienten nach einem Jahr auch

Speaker0: den Wert, der für ihn gut wäre, den LDL-Zielwert.

Speaker0: Also da ist eher das Thema, wir kennen die Werte, aber was machen wir damit?

Speaker0: Was möchte ich Ihnen mitgeben?

Speaker0: Die Lipidmessungen können 10 bis 20 Prozent schwanken, in der akuten Phase bis zu 60 Prozent.

Speaker0: Das heißt, wenn ein Patient schwer krank ist, kann es sein, dass er niedrige

Speaker0: Cholesterinspiegel hat. Das heißt aber nicht, dass er sozusagen dann besonders gesund ist.

Speaker0: Und errechnetes LDL und direkt gemessenes LDL ist im Allgemeinen sehr gut vergleichbar.

Speaker0: Das schwankt um weniger als 10 Prozent.

Speaker0: Unser großes Problem ist eher, dass eigentlich zwei Drittel der Patienten nach

Speaker0: einem Jahr mit erhöhtem Cholesterinspiegel noch immer erhöhte Cholesterinspiegel

Speaker0: haben und sich da eigentlich nichts geändert hat.

Speaker0: Das heißt, die Messung ist nicht das Thema, sondern eher die Konsequenz.

Speaker0: Denken Sie daran, zumindest Lipoprotein-A-Spiegel sind eigentlich genetisch bestimmt.

Speaker0: Das heißt, einmal im Leben sollte man das zumindest bestimmen bei jedem Patienten.

Speaker0: Die Kosten für die Krankenkasse sind eher vernachlässigbar. Das ist eher in

Speaker0: Höhe eines Straßenbahnfahrscheins.

Speaker0: Und bei jedem sollte zumindest einmal im Leben Lipoprotein-A bestimmt werden.

Speaker0: Das ist noch nicht passiert. Eine einmalige Messung ist ausreichend.

Speaker0: Und wenn es erhöht ist, dann sollte man die anderen Risikofaktoren reduzieren.

Speaker0: Und das ist etwas, was ich Ihnen auch gerne mitgeben möchte.

Speaker0: Und natürlich können je nach Messmethode die Lipoprotein-GNA-Spiegel im Labor

Speaker0: um bis zu 20% differieren.

Speaker0: Das ist aber in der Praxis eigentlich derzeit kein Problem.

Speaker0: In Zukunft ist das auch eine Aufgabe für uns Labormediziner,

Speaker0: dass wir Tests entwickeln, die auch zwischen den Labors besser vergleichbar sind.

Speaker0: Und das wäre es zum Thema Blutfett und Cholesterinspiegel vor allem.

Speaker0: Und zum Abschluss noch eine kleine Bitte. Wenn euch der Podcast gefällt,

Speaker0: freue ich mich natürlich, wenn ihr uns folgt und eine positive Bewertung auf

Speaker0: einer Podcast-Plattform in eurer Wahl hinterlasst.

Speaker0: Damit helft ihr uns natürlich auch, die Sichtbarkeit des Podcasts zu verbessern.

Speaker0: Wenn euch der Podcast nicht gefallen hat, bitte empfehlt ihn einfach jemandem, den ihr nicht mögt.

Speaker0: Und wir Labormediziner wissen natürlich alles besser. Das ist leider in der Natur der Sache.

Speaker0: Aber natürlich wissen wir nicht alles. Das heißt, ich freue mich vor allem auch

Speaker0: über Korrekturen und Verbesserungsvorschläge. Und sollte ich einen Fehler gemacht

Speaker0: haben, bitte ich auch um Feedback unter feedbacklaborakademie.de.

Speaker0: Und genauso freue ich mich über Themenvorschläge, damit ich neue Folgen zum

Speaker0: Thema Labormedizin für euch planen kann.

Speaker0: Natürlich bemühen wir uns immer, den aktuellen Stand der Wissenschaft zu präsentieren.

Speaker0: Wir versuchen auch, Fakten und Meinungen zu trennen, persönliche Meinungen klar zu kennzeichnen.

Speaker0: Das ist etwas, was ich persönlich im sogenannten Qualitätsjournalismus eigentlich immer vermisse.

Speaker0: Aber beachtet auch, dass Wissenschaft auf Versuch und Irrtum beruhen.

Speaker0: Und natürlich können sich Erkenntnisse ändern.

Speaker0: Wie die Geschichte zeigt, überwiegen leider die Irrtümer. Und im Laufe der Zeit

Speaker0: werden wir wahrscheinlich zu neuen Erkenntnissen gelangen.

Speaker0: Wir haben heute beispielsweise Februar 2026.

Speaker0: Und bitte beachtet auch, dass wir Labormediziner eine einfache Sicht auf die

Speaker0: Welt haben. Und das ist kein Wunder.

Speaker0: Unsere Patienten haben ja nur 16 Millimeter Durchmesser und sind Blutröhrchen.

Speaker0: Die sprechen nicht zurück. Und natürlich kann ein Podcast nicht ein Gespräch

Speaker0: mit eurer Hausärztin oder einem Hausarzt ersetzen oder eine Ordination.

Speaker0: Der kennt euch seit Jahren und zwar im Ganzen, nicht nur die Laborwerte und

Speaker0: kann euch als ganzen Menschen behandeln.

Speaker0: Das heißt, wir können hier nur allgemeine Tipps und Tricks geben,

Speaker0: aber sicher kein ärztliches Gespräch ersetzen.

Speaker0: Und ich danke euch für die Aufmerksamkeit und freue mich fürs Zuhören.

Speaker0: In der Folge 3 wird es darum gehen, welche Fehler bei der Präanalytik passieren

Speaker0: können, welche Laborfehler passieren können und wie man sie vermeiden kann.

Speaker0: Vielen Dank und herzlichen Dank.

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